Montag, 23. Juli 2018

Leit- und Menschenbild

Die Fachschule Heilpädagogik fühlt sich dem Menschenbild der „Humanistischen Psychologie“ und hier insbesondere dem Menschenbild von Carl R. Rogers verpflichtet.

Rogers beschreibt, dass er im Laufe seiner Arbeit großen Respekt vor der Natur des Menschen gewonnen hat und großes Vertrauen in sie setzt. „Die Grundnatur des frei sich vollziehenden menschlichen Seins ist konstruktiv und vertrauenswürdig.“

Nach Rogers besitzt jeder Mensch unabdingbar Wert und Würde. Jedem Menschen gebührt diese Zuerkenntnis, sei er gesund oder krank, anständig oder kriminell. Von Natur aus steht dem Menschen Freiheit zu und er vertraut darauf, dass der Mensch in der Lage ist, Freiheit zu schätzen, sie sinnvoll ohne Missbrauch zu nutzen. Mit Freiheit sinnvoll umzugehen bedeutet auch, Verantwortung tragen zu können.

Jeder Mensch hat die Fähigkeit zur Selbststeuerung und auch das Recht dazu. Werte, Maßstäbe und Ziele brauchen dem Menschen nicht aufgedrängt zu werden, weil sie schon in ihm angelegt sind.

Rogers zweifelt nicht daran, dass jeder Mensch die nötigen Strebungen und Kräfte in sich trägt, die ihn befähigen, selbst einen Weg durchs Leben zu finden, der für ihn lohnend und bereichernd ist. Er traut Menschen tiefste Sozialfähigkeit zu und glaubt daran, dass jeder Mensch infolge seiner Verantwortungsfähigkeit auch einen Sinn für Mitmensch und Gesellschaft besitzt.

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Nun kann jedoch die psychische Funktionsfähigkeit eines Menschen durch bestimmte Erfahrungen mit den Einstellungen seiner Bezugspersonen und den daraus resultierenden Handlungen beeinträchtigt sein. Daher braucht er in einem heilpädagogischen Prozess die Erfahrung, dass er geschätzt, akzeptiert, verstanden und dass aufrichtig mit ihm umgegangen wird. Manchmal sind seine Ressourcen so verschüttet, dass er Impulse und Anregungen braucht, um wieder zu sich selbst und seinen Möglichkeiten zu finden.

In diesem Sinne gestaltet sich die Arbeit der Heilpädagogin mit den ihr anvertrauten Menschen. In gleicher Weise spiegeln sich diese Überzeugungen auch in der Ausbildungsstruktur der Fachschule wider.

So gestaltet sich der Unterricht als Lernraum, in dem alle Beteiligten gleichzeitig und gleichberechtigt Personen im Lehren und Lernen sind. Diese Annahme beruht auf dem Verständnis „der Ungleichheit der Mitglieder des Lernraums sowie auf dem Sachverhalt, dass sie in dieser Ungleichheit gleich sind.“ (vgl. Greving 2003/Luhmann 1997)

Hilfsarrangements, die sich entlang der Gegebenheiten der Fachschule und der Belange der einzelnen Beteiligten bewegen, vervollständigen diesen Lernraum.

Auf diese Weise strebt die Fachschule Heilpädagogik nach psychischer und physischer Barrierefreiheit für alle Beteiligten und damit nach einem Ort des Lehrens und Lernens in Freiheit und gegenseitiger Verantwortung.

Informationen zur Anmeldung

Hier geht es direkt zu den Anmelde-Informationen und Aufnahmeanträgen der verschiedenen Schulzweige.

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