Freitag, 15. Dezember 2017

Das Marienhain Vechta gGmH als Ausbildungsstätte für sozialpädagogische, heilpädagogische und pflegerische Arbeitsfelder

von Hartmut Pille

schule klein

Marienhain Vechta, Landwehrstr. 2, 49377 Vechta - eine Schule mit Tradition

Die Berufsbildende Schule im Marienhain Vechta versteht sich als christliche Angebotsschule katholischer Prägung. Die Schule ist eine Ausbildungsstätte speziell für sozialpädagogische, heilpädagogische und pflegerische Arbeitsfelder. Ökumenisches Handeln ist selbstverständliche Praxis. Dazu gehört, andere Überzeugungen zu respektieren und sich um gegenseitiges Verständnis und um Vertiefung des Glaubens zu bemühen. Deshalb steht die Schule auch nichtkatholischen Schülerinnen und Schülern offen, die das christliche Selbstverständnis der Schule akzeptieren.

Die Berufsbildenden Schulformen fördern in besonderem Maße das soziale Engagement der Auszubildenden. Sie sollen zu professionellem Handeln in folgenden Berufen befähigt werden:

  • als staatlich geprüfte Sozialassistenten mit dem Schwerpunkt: Sozialpädagogik
  • als staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher
  • als staatlich geprüfte Altenpflegerinnen und Altenpfleger
  • als staatlich anerkannte Heilpädagoginnen und Heilpädagogen

Eine weitere Ausbildungsmöglichkeit bietet die Fachoberschule für Gesundheit und Soziales mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik. In unterschiedlichen sozialen Bereichen werden in der 11. Klasse der FOS insgesamt 960 Stunden Praxis absolviert. Hier erhalten die Schülerinnen und Schüler intensive Einblicke in verschiedene soziale Arbeitsfelder. Die Ausbildung führt nach dem Besuch der 12. Klasse zur „Allgemeinen Fachhochschulreife“, die dazu berechtigt, an jeder Fachhochschule der Bundesrepublik ein Studium zu absolvieren.

Im Schuljahr 2013/2014 werden an der BBS Marienhain 577 Schülerinnen und Schüler in den unterschiedlichen Schulformen ausgebildet, davon kommen die meisten aus den Landkreisen Vechta (376) und Cloppenburg (130).

Erzieherausbildung im Marienhain praxisnah und handlungsorientiert

Seit fast 50 Jahren haben junge Menschen die Möglichkeit im Marienhain eine Erzieher-Ausbildung zu absolvieren. Mit der Errichtung einer Berufsfachschule für Sozialassistenten - Schwerpunkt Sozialpädagogik im Jahre 1996 wurden die Voraussetzungen für einen bundesweit einheitlich anerkannten Abschluss zur „Staatlich anerkannten Erzieherin/zum Staatlich anerkannten Erzieher“ geschaffen. Die Absolventen der Berufsfachschule erhalten nach ihrer zweijährigen Ausbildung zum Sozialassistenten oder zur Sozialassistentin einen beruflichen Abschluss und können als Zweitkräfte in sozialpädagogischen Einrichtungen tätig sein, die meisten von ihnen setzen aber ihre Ausbildung zur Erzieherin in der zweijährigen Fachschule für Sozialpädagogik fort.

In den Ausbildungsphasen unterstützen und begleiten die Lehrkräfte die Entwicklung ihrer Schüler zu einer umfassenden beruflichen Handlungskompetenz, damit diese selbstständig und eigenverantwortlich Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsaufgaben übernehmen können. Diese Ausbildung erfolgt auf qualitativ hohem Niveau. Immer wieder werden die Unterrichtsinhalte den besonderen Bedingungen und Veränderungen in der Gesellschaft angepasst. Die zukünftigen Erzieher werden gezielt durch eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis auf ihren verantwortungsvollen Beruf vorbereitet. Die gute Zusammenarbeit der Schule mit den Leiterinnen und Leitern der sozialen Einrichtungen trägt wesentlich dazu bei, dass die zukünftigen Erzieher in der Lage sind, auf die Bedürfnisse unserer Kinder und Jugendlichen fachlich versiert einzugehen. Sie werden durch ihre theoretische und praktische Ausbildung und in einem projektorientierten Unterricht u. a. dafür sensibilisiert, wie man Kinder als kreative und lernende Persönlichkeiten auf vielerlei Art und Weise begleiten und fördern kann; sie lernen, soziale Kompetenzen zu vermitteln und gleichzeitig auch auf die wachsenden kognitiven Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen einfühlsam einzugehen.

naturwisschenschaftsprojekt klein

Das Projekt „ Naturwissenschaftliche und mathematische Frühbildung vor Ort“ wurde 2012 in der BBS Marienhain durch die Mathematiklehrerin Dr. Grieshop und Schüler der Fachschule für Sozialpädagogik geplant und durchgeführt. Kinder aus den umliegenden Einrichtungen und Schulen wurden in das Projekt einbezogen und waren begeistert.

Erzieherinnen und Erzieher haben viele Möglichkeiten ihre in der Ausbildung erworbenen Kenntnisse in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern umzusetzen, z. B. in der Kinderkrippe, im Kindergarten, im Kinderhort, im Kinder- und Jugendheim, in heil- und sonderpädagogischen Einrichtungen, in Kinderstationen von Krankenhäusern und zunehmend auch in Schulen. Die Ausbildung in der Fachschule für Sozialpädagogik gliedert sich im ersten und im zweiten Jahr in 32 Wochen Theorieunterricht und jeweils einem neunwöchigen Praktikum. Die „staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erzieher“ erlangen zudem die „Allgemeine Fachhochschulreife“, durch die z. B. ein Studium an einer Fachhochschule möglich wird. Viele Erzieherinnen qualifizieren sich durch dieses Studium insbesondere für zukünftige Leitungsaufgaben.

Altenpflegausbildung an der Berufsfachschule des Marienhains:
ein Plädoyer für den Standort der Schule im Landkreis Vechta

altenpflegeausbildung

Altenpflegeausbildung heißt voneinander und miteinander lernen

Seit 1990 findet in Vechta an der BBS Marienhain die Ausbildung zur staatl. geprüften Altenpflegerin / zum staatl. geprüften Altenpfleger statt.
Diese Ausbildung vermittelt den Schülerinnen und Schülern die Grundlagen für eine sehr verantwortungsvolle und immer bedeutender werdende berufliche Tätigkeit. Die demographische Entwicklung zeigt, dass immer mehr alte und pflegebedürftige Menschen den Rat und die Hilfe professionell ausgebildeter Pflegerinnen und Pfleger benötigen.
Die Berufsfachschule für Altenpflege im Marienhain wurde eingerichtet, um jungen Menschen aus dem Landkreis die Möglichkeit zu geben, relativ ortsnah eine Ausbildung absolvieren zu können.
Im Laufe der Jahre hat sich der Standort in Vechta bewährt und die Schule ist durch die hohe Qualität der Ausbildung, die sich in handlungsorientierter Fachkompetenz der Absolventen widerspiegelt, zu einer der führenden Pflegefachschulen in Norddeutschland geworden.
Fast 30 Einrichtungen der offenen, ambulanten und stationären Alten- und Krankenpflege wissen die Altenpflegeschule des Marienhains in Vechta zu schätzen und arbeiten eng mit ihr zusammen, davon ca. 80% in katholischer Trägerschaft. Der Standort Vechta ist idealer Mittelpunkt eines großen Einzugsgebietes: Es erstreckt sich von Essen (Oldenburg), Damme, Neuenkirchen über Diepholz, Kirchdorf bis nach Twistringen. Für die oft jungen Bewerber ist es so möglich, die Schule mit einem Anfahrtsweg von maximal 50 km zu erreichen. Die Bewerberzahlen an der Altenpflegeschule Marienhain sind gut.
Der spürbare finanzielle Druck in den Pflegeeinrichtungen ließ auch die Zahl der Ausbildungsplätze vorübergehend sinken, doch durch neu hinzugewonnene Kooperationspartner und einem Umdenken in den Einrichtungen steigt die Zahl wieder an, so dass im Jahr 2012 der neue Ausbildungsjahrgang mit 23 Auszubildenden beginnen kann.
Die meisten Einrichtungen verstehen die Altenpflegeausbildung mittlerweile als eine Chance, dem drohenden Fachkräftemangel aktiv entgegenzuwirken und haben die Bedeutung wohnortnaher und fachlich kompetenter Ausbildung erkannt.
Durch die zentrale Lage der Schule mitten im Landkreis ist es auch möglich die Praxisanleiter der kooperierenden Einrichtungen zu den mehrmals im Jahr stattfindenden Praxisanleitertreffen in die Schule einzuladen, es nehmen ca. 90% der Anleiter an diesen wichtigen Treffen teil. Die Ergebnisse dieser Nachmittage sorgen für eine sehr gute Zusammenarbeit der Schule mit den Einrichtungen und für eine stetige Qualitätsverbesserung der praktischen Ausbildung. Die gute und enge Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern zeigt sich auch in der gemeinsamen Bewerberauswahl, den regelmäßigen Arbeitssitzungen mit den Einrichtungs- und Pflegedienstleitungen und die Möglichkeit, durch den zentralen Standort unkompliziert in den Einrichtungen der Umgebung klinischen Unterricht (am Bett) zu erteilen. Die Fachbereiche der Berufsbildenden Schulformen des Marienhains sind sehr gut aufeinander abgestimmt. Die sich dadurch ergebenden Synergieeffekte und die optimale Besetzung eines multiprofessionellen Experten-Teams stellen ein zentrales Merkmal der Schulqualität dar. So ist an der Schule ein Musiklehrer eben nicht nur Experte im Bereich „Erzieherausbildung“, sondern bringt sein Expertenwissen auch in den Fachbereichen Altenpflege (z.B. „Musik und Demenz“) und Heilpädagogik („Wirkung von Musik bei spastischen Verhaltungsmustern“) ein. Diese Kombination von Fachleuten wurde auch mehrmals seitens der Landesschulbehörde lobend hervorgehoben. Zudem besteht für alle Fachbereiche die Möglichkeit, sich zu bestimmten Themen Fachleute innerhalb des Hauses als Berater oder Dozent einzuladen und muss nicht auf externe Honorarkräfte zurückgreifen. So kann ein Pflegeexperte im Bereich der Themen „Dekubitus und Rollstuhl“ oder „Hebe- und Tragetechniken“ dort wertvolle Hilfen geben wie auch im Themenbereich „Sterbebegleitung bei Kindern“. Durch die Nähe zu den Schülern, durch die gute Beratung und Begleitung in der beruflichen und menschlichen Entwicklung der jungen Menschen, entstehen von Vertrauen und Respekt geprägte professionelle Beziehungen, die auch häufig nach dem Verlassen der Schule Bestand haben. Diese Nähe ist in großen Bildungszentren kaum zu erhalten und führt unweigerlich bei einem so bedeutungsvollen Beruf wie dem des Altenpflegers zu einem Qualitätsverlust.

Das Ziel und der Auftrag der Berufsfachschule Altenpflege liegen darin, die zukünftigen Altenpfleger und Altenpflegerinnen in ihrem beruflichen und fachlichen Identitätsfindungsprozess zu unterstützen und mit ihnen Wege zu einer professionellen pflegerischen Tätigkeit zu finden. Insbesondere die Entwicklung und der Ausbau erforderlicher Kompetenzen ist ein Hauptanliegen der Ausbildung. Reflexionsfähigkeit, die kritische und selbstkritische Überprüfung der Ausbildungsinhalte und der beruflichen Entwicklung sind zentrale Anliegen. Konstruktive Mitarbeit bei der Gestaltung des schulischen Zusammenseins, sei es im Unterricht, in der Schülervertretung, bei Festen und Feiern, bei der Lösung von Konflikten und der notwendigen Anstrengung, miteinander Lernen zu lernen, ist gefordert. Speziell der berufsbezogene Unterricht zielt darauf ab, den Schülerinnen und Schülern grundlegende Kompetenzen für die Tätigkeit in verschiedenen altenpflegerischen Arbeitsfeldern praxisnah zu vermitteln. Die Inhalte der Fächer und Lernfelder dokumentieren den hohen Anspruch, der an die künftigen Altenpflegerinnen und Altenpfleger gestellt wird. Die Ausbildung dauert in Vollzeitform drei Jahre und erfolgt im Wechsel von theoretischen und praktischen Unterrichtsblöcken. Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Ausbildungsvergütung vom Träger des Ausbildungsplatzes.
Es bieten sich berufliche Möglichkeiten in der stationären, teilstationären und ambulanten Pflege, in Hospizen, in Krankenhäusern, in psychiatrischen Facheinrichtungen, Rehabilitationseinrichtungen sowie in allen Bereichen der offenen Altenhilfe und der Beratung. Auch in Verwaltungsbereichen der Pflege- und Krankenkassen sind viele Chancen gegeben, um persönliche Vorstellungen umzusetzen.

Fazit:

  • Die Bedeutung der Altenpflegeausbildung nimmt angesichts des demographischen Wandels immer mehr zu.
  • Der drohende Fachkräftemangel wird auch im Südoldenburger Münsterland immer deutlicher.
  • Der Standort der Altenpflegeschule Marienhain in Vechta sichert die Existenz von vielen Ausbildungsplätzen und hat große Bedeutung für viele Pflegeeinrichtungen im Einzugsgebiet der Schule.
  • Die hohe Qualität der Ausbildung ist auch in Zukunft gewährleistet und die Schule ist organisatorisch, personell und finanziell für die Zukunft gerüstet.

Fachschule für Heilpädagogik - der Menschenwürde verpflichtet

Bereits in den 70ger Jahren wurde im Marienhain erstmals auch eine Ausbildung zur „Staatlich anerkannten Heilpädagogin“ angeboten, die bis heute besteht. Staatlich anerkannte Erzieher/Heilerziehungspfleger, die danach mindestens ein Jahr hauptberuflich in sozialpädagogischen Einrichtungen gearbeitet haben, können die Fachschule für Heilpädagogik besuchen. Wird die Ausbildung in Teilzeitform durchgeführt, kann die geforderte Berufstätigkeit durch eine während der Teilzeitausbildung ausgeübte entsprechende Berufstätigkeit ersetzt werden. Altenpfleger, Krankenpfleger, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Diplomsozialpädagogen, Diplomsozialarbeiter, Religionspädagogen, Diakone, Menschen mit sonstiger Vorbildung können nach Entscheidung durch die Landesschulbehörde unter Berücksichtigung der Praxiserfahrung, der geleisteten Fortbildungen, ggf. nach Kenntnisgespräch durch die Fachschule Heilpädagogik einen Studienplatz in der Fachschule für Heilpädagogik annehmen.
Verhaltensauffällige und geistig behinderte Menschen sind das Klientel der auszubildenden Heilpädagogen am Marienhain. Vollzeit und Teilzeitausbildung wird angeboten. Heilpädagogik als spezialisierte Pädagogik beschäftigt sich in Theorie und Praxis mit Menschen jeder Altersstufe, deren Leben erschwerten Bedingungen unterworfen ist und die in Gefahr sind, aus gemeinsamen Lebenszusammenhängen herauszufallen. Dabei steht die Heilpädagogik als eigenständige Disziplin der Pädagogik in der Nachbarschaft von Anthropologie, Psychologie, Soziologie, Medizin und Recht. In der Auseinandersetzung mit Beeinträchtigungen, Benachteiligungen und Belastungen kommt dem Menschenbild eine besondere Bedeutung zu. Die Heilpädagogik weiß sich einem Menschenbild verpflichtet, in dem Einzigartigkeit und Würde zentraler und unverzichtbarer Bestandteil sind.
Grundlage heilpädagogischen Handelns sind die personale, soziale und materiale Begegnung im heilpädagogischen Dialog und die begleitende Assistenz. Die Heilpädagogik im 21. Jahrhundert versteht sich zunehmend als „Anwaltschaft“ für Menschen in erschwerten Lebenssituationen, deren Recht auf weitest mögliche Teilhabe und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben im Mittelpunkt steht.
Die Rahmenbedingungen in der Arbeit mit Menschen mit einem speziellen Erziehungs- und Bildungsbedarf verändern sich fortlaufend. Heute soll mit hoher Fachlichkeit differenzierter, effektiver und zielorientierter gearbeitet werden. Diese Ausbildung kann hier sehr helfen, den Anforderungen auf einem fachlich hohen Niveau gelassener, selbstbewusster und souveräner zu begegnen.

Abschließend bleibt festzuhalten:
Ausgangspunkt des Unterrichts in allen Schulformen des Marienhains ist die zukünftige berufliche Situation der Auszubildenden mit den konkreten Problembereichen und Krisensituationen, die sie im Beruf erleben und erfahren; die intensive Vernetzung von Theorie und Praxis bedeutet gleichzeitig eine enge Zusammenarbeit zwischen den in der Region befindlichen sozialen Institutionen und der Schule. Die in der Schule vermittelten christlichen Wertvorstellungen und die Erziehung zur Werturteilsfähigkeit werden in die Berufswelt übertragen. Da das Marienhain die hohen Qualitätsansprüche der Einrichtungen in besonderem Maße erfüllt, werden Schülerinnen und Schüler des Marienhains als Praktikanten und später als Arbeitskräfte gerne eingestellt.

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Informationen zur Anmeldung

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